Mittwoch, 25. Mai 2011
Tod des Leviathan oder Warum das Parlament und die Börse beide am Ring stehen
Paradox ist ja noch, dass Hobbes eigentlich an einen von Grund auf bösen Menschen glaubte im Gegensatz zu seinem Kollegen Locke, der wie ich, das humanitäre im Menschen sah. Meine Theorie wäre also eine Kombination der beiden gewesen, was sich in vielen Aspekten jedoch widerspricht. Aber das ist alles nicht weniger schlimm, ich bin jung und habe noch ein ganzes Leben Zeit um das perfekte politische System zu finden (solche Posts werden vielleicht noch öfters vorkommen ;))
Wie gesagt, der Aspekt des Wettbewerbes in der Demokratie macht sie fortschrittlicher als jedes autoritäre System, genauso wie Planwirtschaft vs. Marktwirtschaft. Doch das Problem an der Demokratie in ihrer heutigen Ausführung ist, dass wie eine Marktwirtschaft geführt wird. Aber mit der Politik verhält es sich nun mal anders als mit der Ökonomie - ob eine Bank in Konkurs geht oder ein Land in eine soziale Krise rutscht ist ein gewaltiger Unterschied. Dadurch, dass die Risiken in der Politik soviel höher sind, jedoch der Weg zum Erfolg derselbe ist, kippt dieses Ungleichgewicht sehr schnell.
Wir müssen in der Politik vorsichtiger werden, klare Grenzen ziehen und weniger auf die persönliche Freiheit achten denn die hemmt wiederum den politischen Fortschritt. Das sieht man am steigenden Rechtsradikalismus in Europa, denn die Grenzen, die eigentlich gezogen sind, werden immer weiter hinausgeschoben. Warum? Wegen Toleranz und Meinungsfreiheit. Doch selbst die hat ihre Grenzen. In der Ökonomie, dort ist alles leichter. Da muss man sich nicht viel mit Moral beschäftigen, man spekuliert einfach mit ein paar Aktien und das wars' auch schon. Doch wenn unsere Politiker die Demokratie als freien Wettbewerb betrachten, dann haben wir ein Problem.
Sonntag, 27. März 2011
Der Blaue Reiter unter dem Flugdach
Zuerst einmal war ich in der Liechtenstein Ausstellung, und obwohl sie winzig war waren die Stücke doch sehr interessant. Die Ausstellung zeigt den Bezug von Werbung zu Liechtensteins Kunst, und ich bin zu einem Schluss gekommen. Roy Liechtenstein war kein Comiczeichner, er war ein Comicabzeichner. Die meisten seiner Werke sind abgemalt aus Comicheften oder Werbungen. Doch sein Talent war etwas "nur zur Unterhaltung oder nur zu Marketingzwecken" dagewesenes in Kunst zu verwandeln. Ich habe auch noch nie in meinem Leben so viele Bilder von amerikanischem Essen gesehen, doch ich finde es reflektiert Amerika in den 70er Jahren perfekt.
So und jetzt zum blauen Reiter: Kandinsky, Kubin und co. sind alle atemberaubend gut, das wissen wir ja. Aber wäre ich ein Kurator, hätte ich die Ausstellung nicht in Künstler geteilt, sondern chronologisch und politisch geordnet, schließlich geht es ja um die Künstlervereinigung und nicht um jeden Künstler einzeln.
Hier kommen die Bilder, die mir persönlich am besten gefallen haben (von Paul Klee natürlich ;) )
Mittwoch, 26. Januar 2011
Some tea for you, Mr. President?
Donnerstag, 23. Dezember 2010
Aus dem Tagebuch von Josef dem Schreiner
"Scheiße. Scheiße, scheiße scheiße verdammt noch einmal! Jetzt stehe ich da in der Kälte mit meinem schwangeren Weib und ich hab so einen Hunger! Mein Leben ist momentan eine absolute Katastrophe. Und dabei habe ich doch wirklich nichts getan!
"Der Bastard ist auf der Welt, Maria meint er hat sogar ein paar meiner Gesichtszüge. das sagt sie aber sicher nur um mich bei ihr zu behalten. Auf jeden fall war das die seltsamste nach meines Lebens! Als wir in der Scheune ankamen, lag Maria schon in den Wehen. Und als das Kind auf die Welt kam, ein kleiner Junge, standen plötzlich ein Esel und ein Ochse vor der "Krippe" (es war eine Strohnische aber ich musste es vor eine gebärenden Frau ein bisschen euphemisieren)
Dann kamen drei sehr seltsam angezogenen Männer mit vielen Geschenken dabei. Ich habe mich schon total gefreut, schließlich war ich hungrig und gegen wertvolle Geschenke hatte schließlich noch niemand etwas. Ich wollte sie schon empfangen, aber die Drei gingen einfach an mir vorbei! Sie sagten, die Geschenke seien für das Kind, denn Jesus der heiland sei heute geboren worden. "Jesus!?", dachte ich mir. Ich wollte meinen bzw. nicht meinen Sohn eigentlich Kevin nennen! "Marichen", sagte ich "wir nennen unser Kind schon Kevin oder? Nur weil die Seltsamen da etwas von Jesus faseln. "Nein, Joschi, Jesus find ich eigentlich einen sehr schönen Namen! Ich möchte, dass er so heißt!" Das wars auch schon. Nicht einmal bei einem Kind das nicht von mir war durfte ich den Namen aussuchen!
Ich meine, man würde sich doch denken, dass wenn man schon bei seiner Frau bleibt die schwanger ist von einem anderen Mann, einen anlügt und sagt es wäre von Gott und seinen Beruf sogar aufgibt für den bastard, dass man dann wenigstens etwas bei der Namensentscheidung mitzureden hätte! Jedoch muss ich zugeben, der kleine ist schon süß - und wer weiß, vielleicht wird ja wirklich einmal aus ihm etwas Großes..."
Mittwoch, 22. Dezember 2010
Sparkling Treat #4
Der AsraTäglich ging die wunderschöneSultanstochter auf und nieder Um die Abendzeit am Springbrunn, Wo die weissen Wasser plätschern. Täglich stand der junge Sklave Um die Abendzeit am Springbrunn, Täglich ward er bleich und bleicher. Eines Abends trat die Fürstin Auf ihn zu mit raschen Worten: Deinen Namen will ich wissen, Deine Heimat, deine Sippschaft! Und der Sklave sprach: Ich heisse Mohamet, ich bin aus Yemmen, Und mein Stamm sind jene Asra, Welche sterben, wenn sie lieben. Heinrich Heine |
- Kein Volk auf der ganzen Welt ist unfreundlicher als die Wiener. Ich bin in der jüdischen Jugendgruppe Hashomer Hatzair als Madricha (Gruppenleiterin) tätig, und meine Kinder sind ca. 10-11 Jahre alt. Letztens haben wir ein Spiel gespielt, bei dem es darum ging zuerst Kakaobohnen (Schokotrüffel) zu finden, und sie dann gratis an Menschen zu verteilen. Ich dachte, das wird schon nicht allzu schwer sein, denn schließlich mögen ja die meisten Menschen Schokolade und süße Kinder. Tja, falsch Gedacht. Nach einer Stunde im ersten Bezirk sind wir erst alle 8 "Kakaobohnen", und wurden von den Leuten auf der Straße behandelt als würden wir sie überfallen wollen. Ein älteres Ehepaar dachte zuerst die Trüffel ist eine Bombe und wir sind Terroristen; als wir dann eine aßen dachten sie wir sind rumänische Straßenkinder und wollen sie verprügeln und ausrauben. Irgendwann mussten wir unsere Taktik ändern und haben dazugesagt, dass das für ein Spiel ist. Der Erfolg blieb trotzdem aus. Unsere Rettung waren dann Touristen, denen wir die Trüffeln einfach in die Hand drückten. Unglaublich oder? Wir sind es überhaupt nicht gewohnt etwas zu bekommen von Fremden, aber muss man dann gleich so reagieren besonders vor Kindern??
- Guten Indierock gibt es von "Camera Obscura", besonders gefällt mir das Lied "French Navy"
- Tavi Gevinson hält sich zwar für eine Modegöttin, aber ganz ehrlich: wenn man sich als 13-jährige so hocharbeitet nur durch bloggen, was ist man dann? Großes vorbild von mir, ehrlich gesagt! Vielleicht sollte ich auch anfangen auf Englisch zu posten um mein Leserspektrum zu erweitern
- Für alle die es noch nicht mitbekommen haben: unser lieber Herr Heinz Christian Strache war auf einer Israelreise. Fortschrittlich, nicht wahr? Nein. Denn a) hat er nur mit rechtsextremen Siedlern gesprochen und b) in Jad Vashem, dem großen Memorial und Museum für den Holocaust, eine Burschenschaftlerkappe getragen. Ich glaube, ich muss nichts dazu sagen.
Dienstag, 21. Dezember 2010
Brief an das Christkind
Sonntag, 10. Oktober 2010
Furious Sparkling Clementine!
Sie haben ihre Wähler verdoppelt. VERDOPPELT. Und ich möchte nur ins Gedächtnis rufen, dass vor nicht einmal 73 Jahren Österreich sich Deutschland angeschlossen hat, Hitler einmarschiert ist, und bejubelt wurde zeremoniell am Heldenplatz. Und das darauf folgend nicht nur der schlimmste Krieg den die Welt jemals gesehen hat entstand, sondern auch der grausamste Genozid überhaupt vorstellbar durchgeführt wurde. Aber wir Österreicher können ja nichts dafür, heißt es immer. In der Österreich-Baracke in Ausschwitz steht groß auf der Wand "Österreich - Erstes Opfer des Nationalsozialismus". OPFER?! Wenn wir solche Opfer sind, wieso verdoppelt sich dann die Rechtsextreme Partei, die übrigens aus vielen Kindern und Enkelkindern der Nationalsozialisten besteht, in der Hauptstadt?!
Ich bin gerade so wütend, ich weiß nicht einmal wie ich das beschreiben soll. Liebes Wien, schäme dich in Grund und Boden! Wie kann es sein, dass ein Land, dass Schuld am Holocaust trägt so wenig einsieht? Das ist eine absolute Katastrophe, und eine Schande. Und danke lieber ORF für die netten Interviews mit Brigittenauer Xenophoben, ihr habt wirklich das perfekte Abschlussbild gebracht. Was macht einen besseren Eindruck als alteingesessenen, fremdenfeindlichen Unsympathlern über Ausländer zuhören zu müssen, und dann eine Frau mit Kopftuch, die kaum Deutsch spricht, zu fragen was sie wählt. Ja, gut gemacht lieber "neutraler" Rundfunk. Das ist eine absolute Frechheit! Eine Katastrophe!
Warum sieht das keiner, die FPÖ ist verhetzend, xenophob, und absolut inakzeptabel. Allein für den Comic "Sagen aus Wien" sollten die meisten schon bis zu den Zehenspitzen verurteilt worden sein! Aber nein, nicht einmal die Justiz kann etwas gegen die läppische Erklärung sagen, warum im Comic auf einer Mundwasserflasche Odal steht. Wie können Plakate wie "Daham statt Islam" durchgehen? Wie kann ein Moschee-abschieß Computerspiel auf ihrer Homepage sein? Wie können Burschenschaften überhaupt noch existieren, und wie können ihre Mitglieder in der Politik sein und dann noch 27% kassieren???
Ich möchte an dieser Stelle etwas hineinkopieren.
"Bist du häßlich, fett, krank oder fremd im Lande, bist Du von Sorgenfalten, Weltschmerz oder linksliberaler Gesinnung gepeinigt, trägst Du alternative oder Schicky-Kleidung oder gar ein Flinserl im Ohr, studierst du Psychologie, Politologie oder Theologie oder gar nicht, hast du den Wehrdienst verweigert oder eine Freundin mit, die weder schön noch still ist, kurz: bist Du auf irgendeine Weise abnormal oder unfröhlich, dann bleib lieber zu Hause.“
Das ist die Einladung zum Treffen der Wiener akademischen Burschenschaft Olympia, in der zufällig ein hohes Parteimitglied der FPÖ, Martin Graf, eine hohe Stellung hat. Und das ist kein Einzelfall, nein. Jeder sieht es doch auf den ersten Blick, diese Partei ist voller Nazis!! und wer das nicht sieht, der ist doch blind! Bitte liebe Leser. Bitte erklärt es mir wie so etwas passieren kann. 65 Jahre nach dem Holocaust und die Neonazis haben 27% in Wien. Der ja achsoweltoffenen und toleranten Stadt. Nochmals: Schämt euch!
Es ist eine absolute Katastrophe! Ja ich weiß ich wiederhole mich, aber das ist mir egal. Es ist mir die Sprache in diesem Post genauso egal, wie dass die FPÖ es immer schafft an der Grenze zu sein, und manche Parteimitglieder nicht so schlimm sind. Die Grenze muss strenger gezogen werden denn so etwas ist absolut inakzeptabel und abartig und ich finde keine Worte mehr.
Ich bin schockiert, wütend, und ich schäme mich in dieser Stadt zu leben.

